- Weit hinten,
hinter den Wortbergen,
fern der Länder Vokalien und
- Konsonantien leben die Blindtexte.
Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik,
eines großen Sprachozeans.
- Ein kleines Bächlein
namens Duden
fließt durch ihren Ort
- und versorgt
sie mit den
nötigen Regelialien.
- Es ist ein
paradiesmatisches Land,
in dem einem
- gebratene
Satzteile
in den Mund
- fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen
Interpunktion
werden die Blindtexte beherrscht –

- ein
geradezu
unorthographisches
-
Vita

- 1983:
geboren
in Dachau
- 2002:
Abitur
in Dachau
- 2003–2009:
Studium der Visuellen Kommunikation
an der Kunsthochschule Kassel
- 2006–2007:
Praktikum im Atelier
Doppelpunkt, Berlin
- 2009:
Abschluss Visuelle Kommunikation
an der Kunsthochschule Kassel
- seit 2010:
freischaffende Designerin
in München
- Leben. Eines Tages aber beschloß
eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem
Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik.
- Der
große
Oxmox riet
- ihr davon ab, da
es dort wimmele
von bösen Kommata,
- wilden Fragezeichen
und
hinterhältigen
- Semikoli,
doch das
Blindtextchen

- ließ
sich
nicht
- beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob
sich sein Initial in den Gürtel und
machte
- sich
auf den Weg. Als es die ersten Hügel
des Kursivgebirges
- er-
klom-
men
- hatte, warf es
einen letzten
Blick zurück auf die Skyline
- seiner Heimatstadt
Buchstabhausen,
die Headline von
- Alphabetdorf
und die
Subline
- seiner
eigenen
Straße,

- der Zeilengasse.
Wehmütig
lief ihm eine
- rethorische Frage über die Wange,
dann setzte es seinen Weg fort.
Unterwegs traf
- es eine
Copy.
Die Copy
- warnte das
Blind-
textchen,
- da, wo sie herkäme
wäre sie zigmal
umgeschrieben
- worden
und alles,
was von ihrem
- Ursprung noch übrig wäre, sei das
Wort "und" und das Blindtextchen solle umkehren und
wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren.
- Doch alles
Gutzureden konnte
es nicht überzeugen
- und
so
dauerte
- es nicht lange,
bis ihm ein
paar heimtückische
- Werbetexter auflauerten, es
mit Longe und Parole
betrunken machten und es
- dann in ihre
Agentur
schleppten,

- wo
sie
es für
- ihre Projekte
wieder und wieder
mißbrauchten.
- Und
wenn
es nicht
- umgeschrieben wurde, dann
benutzen Sie es
immernoch.
- Dies ist ein Typoblindtext.
An ihm kann man
sehen, ob alle Buchstaben
- da sind und
wie sie aussehen.
Manchmal benutzt
- man
Worte
wie

- Hamburgefonts,
Rafgenduks
oder Handgloves,
- um Schriften
zu testen.
Manchmal
- Sätze, die alle Buchstaben
des Alphabets enthalten
- man nennt diese
-
Auszeichnungen

- 2008:
1. Preis für mein Plakat »Brotschrift«
bei Linotypes Plakatwettbewerb Helvetica Now
- 2006:
Red Dot Junior Award für
»Die schönsten deutschen Bücher 2005«
- 1998:
Oberbayerischer Meister mit der
Handball C-Jugend des ASV Dachau
- Sätze
»Pangrams«.
Sehr
- bekannt ist dieser:
The quick brown fox jumps over the lazy old dog.
Oft werden
- in
Typo-
blind-
- texte
auch
fremdsprachige

- Satzteile eingebaut (AVAIL® and Wefox™
are testing aussi la Kerning),
um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen.
- In Lateinisch
sieht zum Beispiel
fast jede Schrift gut
- aus.
Quod errat
demonstrandum.
- Seit 1975 fehlen
in den meisten
Testtexten
- die Zahlen, weswegen
nach TypoGb.
204 §
- ab dem Jahr
2034
Zahlen
- in 86 der
Texte zur
Pflicht werden.
- Nichteinhaltung wird mit bis
zu 245 € oder 368 $ bestraft.
Genauso wichtig
- in sind mittlerweile
auch Âçcèñtë, die in
neueren Schriften aber

- fast immer
enthalten sind.
Ein wichtiges
- aber
schwierig
zu
- integrierendes Feld sind OpenType-
Funktionalitäten. Je nach Software
und Voreinstellungen
- können
eingebaute
Kapitälchen,
- Kerning oder Ligaturen (sehr pfiffig) nicht richtig dargestellt werden.
Überall dieselbe alte Leier.
Das Layout ist fertig,
- der Text lässt auf
sich warten. Damit
das Layout nun nicht nackt im Raume steht
- und sich klein
und leer vorkommt,
springe ich ein:

- der Blindtext.
Genau zu diesem
Zwecke erschaffen,
- immer im
Schatten meines großen
Bruders »Lorem Ipsum«,
- freue
ich
mich
- jedes Mal, wenn Sie ein paar Zeilen lesen.
Denn esse est percipi - Sein ist wahrgenommen werden.
Und weil Sie nun schon die Güte haben,
- mich ein paar weitere Sätze lang
zu begleiten, möchte ich diese Gelegenheit nutzen,
Ihnen nicht nur als Lückenfüller zu dienen,
- sondern
auf
etwas
- hinzuweisen, das es
ebenso verdient wahrgenommen
zu werden: Webstandards nämlich.
- Sehen Sie,
Webstandards
sind das

- Regelwerk, auf dem Webseiten aufbauen.
So gibt es Regeln für HTML, CSS,
JavaScript oder auch XML;

- Worte, die Sie vielleicht
schon einmal von Ihrem
Entwickler gehört haben.
- Diese
Standards
sorgen
- dafür, dass
alle Beteiligten
aus einer Webseite
- den größten Nutzen ziehen.
Im Gegensatz zu früheren
Webseiten müssen wir zum Beispiel
- nicht mehr zwei
verschiedene
Webseiten
- für den
Internet Explorer
und einen anderen

- Browser programmieren.
Es reicht eine Seite,
die - richtig angelegt -
- sowohl auf
verschiedenen
Browsern im
- Netz funktioniert, aber ebenso gut für den Ausdruck
oder die Darstellung auf einem Handy
geeignet ist./li>
- Wohlgemerkt:
Eine Seite
für alle Formate. Was für eine
- Er-
leichter-
ung.
- Standards
sparen Zeit
bei den

- Entwicklungskosten und sorgen dafür,
dass sich Webseiten später
leichter pflegen lassen.
- Natürlich nur
dann, wenn
sich alle an
- diese
Standards
halten.
- Das gilt für
Browser wie Firefox,
Opera, Safari
- und
den
Internet
- Explorer ebenso wie für die
Darstellung in Handys.
Und was können Sie für

- Standards tun?
Fordern Sie von Ihren
Designern und Programmieren
- einfach
standardkonforme
Webseiten.
- Ihr
Budget
wird
- es
Ihnen
auf Dauer

- danken. Ebenso möchte ich Ihnen dafür danken,
dass Sie mich bin zum Ende gelesen haben.
Meine Mission ist erfüllt. Ich werde hier noch die Stellung
- halten, bis der geplanteText eintrifft.
Ich wünsche Ihnen noch
einen schönen Tag. Und arbeiten Sie nicht zuviel!
- Zwei flinke Boxer
jagen die quirlige
Eva und ihren
- Mops
durch
Sylt.
- Franz
jagt
im
- komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern.
Zwölf Boxkämpfer jagen Viktor
quer über den großen
- Sylter Deich.
Vogel Quax
zwickt Johnys
- Pferd
Bim.
Sylvia

- wagt quick den Jux bei Pforzheim.
Polyfon zwitschernd aßen Mäxchens Vögel Rüben,
Joghurt und Quark.
- "Fix, Schwyz! " quäkt Jürgen blöd
vom Paß. Victor jagt zwölf
Boxkämpfer quer über

- den großen
Sylter Deich.
Falsches Üben
- von
Xylophonmusik
quält jeden
- größeren Zwerg.
Heizölrückstoßabdämpfung.
Schöne Grüße, Nina
